© 2006-2011 Lebenswege für Menschen mit Behinderungen gGmbH
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Persönliche Assistenz
 

Der wichtigste Unterschied zwischen der persönlichen Assistenz
und dem alten Pflegebegriff ist, dass AssistenznehmerInnen nicht Objekt sondern handelndes Subjekt sind.
Das heisst für uns:

Persönliche Assistenz ist:

  • jede Form der personellen Unterstützung, die AssistenznehmerInnen befähigt, selbstbestimmt leben zu können


  • die Delegierung von Aufgaben, die Menschen aufgrund einer Behinderung nicht oder nur unzureichend ausführen können.


Persönliche Assistenz heisst:

  • dass der/die Nutzer/in von Assistenz entscheidet, welche Aufgaben delegiert werden, wer sie zu erfüllen hat und wann und wie die Aufgaben erfüllt werden sollen.


  • dass die Unterstützung auf die persönlichen Bedürfnisse der Assistenznehmer/innen zugeschnitten sein muss.


  • dass die Unterstützung, je nach den Bedürfnissen der Assistenznehmer/innen, alle Bereiche des Lebens umfasst u. a. die Bereiche Arbeit, Freizeit, Wohnen, Bildung, Pflege, Mobilitätshilfen und
    Kommunikationshilfen.


  • dass die Unterstützung einen ausreichenden Umfang der Assistenz für den/die Assistenznehmer/innen ermöglicht, damit er/sie seinen/ihren persönlichen Zielen und Neigungen nachgehen kann.


Den Assistenznehmer/innen müssen folgende Kompetenzen zugestanden werden:

  • Personalkompetenz: sie bestimmen, wer Assistenz bei ihnen ausführt


  • Organisationskompetenz: sie bestimmen welche Aufgaben, wann und wo zu erledigen sind


  • Anleitungskompetenz: sie haben die beste Erfahrung, wie Assistenzleistungen für sie erbracht werden müssen


  • Raumkompetenz: nicht der Assistenznehmer wird zum Ort der Assistenz gebracht sondern die Assistenz wird dort erbracht, wo der Assistenznehmer sie benötigt


  • Differenzierungskompetenz: die Hilfen können nach eigener Entscheidung von einem oder mehreren Anbietern oder selbständig organisiert werden


  • Diese Kompetenzen sind Optionen, die wahrgenommen werden können, aber nicht müssen. Sie dürfen nicht als Ausschluss für Menschen dienen, die sie nicht selber ausfüllen können.
Quelle: ISL e.V.